Am 21./22.11.2025 fand in Hannover im Stephansstift die jährliche Sitzung der »Bundesversammlung« des Martin-Luther-Bundes statt. Zusammen kamen die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsvereine sowie Mitglieder des Vorstandes des Martin-Luther-Bundes einschließlich der Vertreterinnen der VELKD und des DNK/LWB beim Gesamtwerk des MLB. Besonders erfreulich: Die Gemeinschaft des Martin-Luther-Bundes hat sich vergrößert! Gerne und mit Freude wurden die Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika [Kapkirche], vertreten durch Bischof Gilbert Filter, und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden (in Nachfolge des bisherigen Martin-Luther-Bundes in Baden) als Mitglieder aufgenommen. Dem Austausch unter den kleinen lutherischen Kirchen nicht nur in Europa wird große Bedeutung zugemessen.

Neben den vereinsrechtlich notwendigen Punkten – der Annahme der Jahresrechnung 2024, der Rechnungsprüfung und dem Wirtschaftsplan für 2026 – waren zwei Punkte von besonderer Bedeutung:
Zum einen erforderte das anstehende Ende der Amtszeiten sowohl von Präsident Bischof Tamás Fabiny als auch von Generalsekretär Michael Hübner im Jahr 2027 die ersten Weichenstellungen für die Zukunft des Gesamtwerkes, auch angesichts kirchenweit geringer werdender Mittel. Die konstruktive Diskussion strategischer Überlegungen bildet nun eine Basis für die in den nächsten Jahren zu treffenden Entscheidungen und Wahlen. Die Vertreterinnen der beiden »Hauptstützen« der Arbeit des MLB – erstmals Dr. Maria Stettner für die VELKD und Astrid Kleist für das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) – würdigten das Engagement des MLB für die Kirchen in der Diaspora, das nicht nur in materieller Hinsicht wichtig sei. Für die Vernetzung, die Begegnung der lutherischen Diasporakirchen untereinander, etwa durch den Sprachkurs oder die Theologischen Tage, und für das gegenseitige Voneinander-Lernen und Aufeinander-Hören sei die Arbeit des Diasporawerkes fundamental.

Dies wurde besonders deutlich beim zweiten zentralen Punkt des Treffens: bei den Berichten aus den Kirchen in der Diaspora. Besondere Bedeutung kam dabei dem Vortrag von Karol Werner aus dem Konsistorium der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen (EAKiP) über die kleine, aber sehr aktive Gemeinde in Ozorków in Zentralpolen zu: Die EAKiP hatte gebeten, die ersten Schritte der Kirchenrenovierung dort zur »Diasporagabe« 2026 zu machen, also zum Schwerpunktprojekt des MLB für das nächste Jahr. Die Bundesversammlung stimmte diesem Antrag im Anschluss an den Vortrag einstimmig zu.
Die weiteren Berichte – aus Südafrika durch Bischof Filter, aus Namibia durch Bischof Frank Schütte, aus Chile durch Torsten Richter, aus Russland, aus dem Teschener Schlesien oder aus der Schweiz – zeugten lebendig gleichermaßen von den Parallelen wie auch den Unterschieden bei den Herausforderungen der lutherischen Diasporakirchen heute.

Der feierliche Abendmahlsgottesdienst am Freitagabend in der Stiftskirche wurde geleitet von Pastorin i.R. Birgit Mahn; die Predigt hielt Bischof Tamás Fabiny aus Budapest.
