Die »Mobile Kirche« mit ausgefahrenen Seitenwänden – Bild: DELKU

UKRAINE: Aus der »Kirche unterwegs« wird die mobile »Kirche im Kleinen«

45 Jahre war in Bayern eine fahrbare Kirche mit Zugmaschine und Auflieger unterwegs. Auf ausgewählten Campingplätzen bot sie Platz für Gottesdienst, Seelsorge und Gemeindearbeit. Bevor das Gespann endgültig ausgesondert wurde, kam eine neue Verwendung in den Blick: Der Martin-Luther-Verein in Bayern hat sich darum gekümmert und auf Wunsch der DELKU (Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine) die Überführung in die Ukraine organisiert und finanziert. Dort kann die mobile Kirche jetzt eingesetzt werden bei Jugendtreffen und Seminaren oder für kleine Gemeinden, die sich bisher nur in einem Wohnzimmer treffen können.

Vor wenigen Tagen fand die offizielle Übergabe der einzigartigen mobilen Kirche im Dorf Petrodolynske statt. Beteiligt waren neben dem Vorsitzenden des MLV Bayern, Wolfgang Hagemann, auch Michael Wolf, der vor zwei Jahrzehnten ein Jahr als Pfarrer auf der Krim wirkte.

Nach getaner Arbeit: Pfarrer Michael Wolf, Pfarrer Alexander Gross, Kai Berendes, Pfarrer i.R. Wolfgang Hagemann und ein helfendes Gemeindeglied (v.l.) – Bild: DELKU
Nach getaner Arbeit: Pfarrer Michael Wolf, Pfarrer Alexander Gross, Kai Berendes, Pfarrer i.R. Wolfgang Hagemann und ein helfendes Gemeindeglied (v.l.) – Bild: DELKU

Ein besonders bewegender Moment war die Übergabe der Autokirche durch ihren langjährigen Fahrer und Betreuer Kai Berendes, der ihr 36 Jahre lang gedient hat. Gemeinsam mit der Gemeinde half er persönlich dabei, die Konstruktion an ihrem neuen Standort aufzubauen. Dazu schrieb Pastor Alexander Gross: »Man sah, wie schwer ihm dieser Schritt fiel und wie froh er zugleich war, dass die Autokirche weiterhin Gott und den Menschen dienen wird.«

Der Gottesdienstraum der »Mobilen Kirche« – Bild: DELKU
Der Gottesdienstraum der »Mobilen Kirche«.

Wolfgang Hagemann schreibt dazu in einem Dankbrief an die Spenderinnen und Spender für die Ukraine: »Mit großer Dankbarkeit wurde die Autokirche angenommen. Sie wird vor Ort als besonderer Tagesraum für Gottesdienste, Kinderprogramme und Seminare als auch unterwegs bei Jugendcamps eingesetzt. Beeindruckend war auch der Dienst, der vom ehemaligen deutschen Dorf Peterstal aus in der ganzen Region ausgeführt wird: 25 Flüchtlinge, meist aus dem zerstörten Dorf Schlangendorf, und aus anderen Kriegsgebieten wohnen in diesem Zentrum. Von dort erfolgt auch der soziale Dienst für Kinder, Jugendliche und besonders für alte alleinstehende Menschen: Nachhilfe, Mittagessen, medizinische Versorgung, geistliche Begleitung und Gottesdienste. Momentan läuft noch ein besonderes Programm: Lebensmittelpakete für über 1200 Menschen.«

Weitere Projekte sind in Vorbereitung.

» Hier finden Sie den ukrainischen Beitrag auf der Internetseite der DELKU mit noch mehr Bildern.

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