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Aktuelle Meldung



28.09.2015 - Kategorie: ELKRAS

ELKRAS/Ukraine: Synode in Dnipropetrowsk




Vom 8. bis 10. September 2015 fand in der St. Katharinenkirche in Dnipropetrowsk die zweite Sitzung der Synode der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine (DELKU), VI. Einberufung, statt.



Die Teilnehmenden der zweiten Sitzung der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine (DELKU), VI. Einberufung, in Dnipropetrowsk. – Bild: DELKU

Sie wurde mit einem Festgottesdienst eröffnet, den Pastor Igor Taranenko und Bischof Serge Maschewski leiteten. Die Predigt hielt Pastor Gennadij Chonin aus Almaty, ein Gast der Synode. Marina Chudenko, ebenfalls Gast und Verwaltungsleiterin der Erzbischofskanzlei der Evangelisch-Lutherischen Kirche (in Russland), verlas Grußworte von Bischof Jurij Nowgorodow, dem Vorsitzenden des Bischofsrates des Bundes der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Russland und anderen Staaten (Bund der ELKRAS), und von Erzbischof Dietrich Brauer, Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland, an die Synodalen.

 

Die Synode bestätigte die Handlungsvollmacht des derzeitigen Präsidiums, in dessen Zusammensetzungen es im Lauf des letzten Jahres zu Änderungen gekommen war. Heute sind Konstantin Burlow-Wasiljew (Kiew) Synodenpräsident, Prädikantin Alla Wolf (Losowaja), Pastor Alexej Tschishow (Odessa), Ljubow Galimowa (Dnipropetrowsk) und der neu in eine Vakanz im Leitungsorgan gewählte Pastor Wladislaw Zechanowitsch (Schostka) Mitglieder des Präsidiums der Synode der DELKU.

 

Zum ersten Mal nahmen die Vertreter der Gemeinden auf der Krim nicht an der Sitzung der Synode teil. Unter Berufung auf ein Dreiparteienabkommen zwischen DELKU, ELK Europäisches Russland und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sowie auf ein im April 2015 beim Bischofsrat geschlossenes Abkommen des Bundes der ELKRAS erklärte Serge Maschewski, Bischof der DELKU, dass die lutherischen Gemeinden der Krim nicht zur Synode der DELKU gehören. Dabei betonte er ihre freiwillige Entscheidung, sich bei den Behörden der Russischen Föderation umregistrieren zu lassen.

 

Die Leitung der Kirche verabschiedete eine Liste der zu ihr gehörenden Gemeinden. 21 Gemeinden bekamen bei der Synode eine Bescheinigung der Zugehörigkeit zur DELKU. Die Gemeinden in Nowohradiwka/Nowogradowka, Donezk und Smijiwka/Smijewka (Schlangendorf) waren nicht dabei. Die Kirchenleitung wird in nächster Zeit die Frage nach der weiteren Mitgliedschaft dieser Gemeinden in der DELKU klären.

 

Während der letzten Monate hat sich in der ukrainischen Kirche eine schwierige Situation ergeben: ein Konflikt mit den Gründern der zur finanziellen Unterhaltung des Kirchenkomplexes der DELKU in Odessa geschaffenen Firma »Kirchenbau«; die Beendung der langjährigen Partnerbeziehungen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern; fehlende Finanzierungen, darunter auch monatelang für die Bezahlung der Pastorengehälter. Darüber informierte der Synodenpräsident der DELKU, Konstantin Burlow-Wasiljew, detailliert in seinem Bericht. Die Aufgabe der Kirche heute ist es, das Kircheneigentum zurückzubekommen und ein effektives transparentes Leitungssystem zu schaffen.

 

Die entstandenen Probleme waren nach Ansicht von Bischof Serge Maschewski gleichzeitig ein Segen für die Kirche. Sie hätten zu einer »Erweckung« der Gemeinden beigetragen, zu einer selbständigen Suche nach Mitteln zur Finanzierung ihrer Tätigkeit und der Arbeit der Kanzlei der DELKU.

 

Aber es wäre unfair, im Zusammenhang mit der stattgefundenen Synode nur ĂĽber Probleme zu berichten. In der Kirche geht die Arbeit in unterschiedlichen Richtungen weiter. Ăśber die kirchliche Diakonie legte Ljubow Galimowa in ihrem Bericht Informationen vor. Jetzt gibt es in der DELKU eine Abteilung fĂĽr Diakonie und humanitären Dienst. Der Grundstein fĂĽr diese Struktur wurde bei einem Seminar in Odessa im Dezember 2014 gelegt, das in Zusammenarbeit mit der Internationalen Akademie fĂĽr Diakonie, »Interdiac«, stattfand. Igor Schemigon, Koordinator der Jugendarbeit, berichtete von »Confirma«-Freizeiten. Bischof Serge Maschewski betonte in seinem Bericht die Bedeutung der Bildung der Mitarbeiter. In diesem Jahr haben 20 Gemeindemitglieder einen Studienantrag fĂĽr das Fernstudium am Theologischen Seminar in Nowosaratowka gestellt, und alle wurden angenommen. Ăśber die Restaurierungsarbeiten am Kirchengebäude in Berdjansk sprach der Gemeindevorsitzende Arthur Koshewnikow.

 

Mit Dank hörten die Synodalen den Bericht von Elena Djakiwa, Schlussredakteurin der Erzbischofskanzlei (St. Petersburg), ĂĽber die alle Kirchen des Bundes einenden Informationsressourcen: den Betrieb der Website, die Herausgabe der Zeitschrift »Der Bote« und der Zeitung »Vesti Ljuteranskich Cerkvej« (»Nachrichten der lutherischen Kirchen«).

 

Auf der Synode wurde eine neue Gottesdienst-Agende für die Gemeinden der DELKU verabschiedet. Die Einübung einer einheitlichen liturgischen Praxis in allen Gemeinden ist heute die Aufgabe der Kirche. In Kleingruppen erörterten die Synodalen die Identität und Entwicklungsstrategie der Kirche. Pastor Wladislaw Zechanowitsch hielt einen theologischen Vortrag zum Thema der Entstehung und Entwicklung kirchlicher Ämter, insbesondere des Bischofsamtes, sowie zur Bewahrung kirchlicher Traditionen.

 

Die Synode wurde durch einen Abendmahlsgottesdienst abgeschlossen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren fand eine Synodensitzung außerhalb von Odessa statt. Diese Praxis ermöglicht es den Synodalen, das Leben der örtlichen Gemeinden kennenzulernen. Im Weiteren ist geplant, die Synoden nach Möglichkeit in verschiedenen Regionen der Kirche zu veranstalten.
Mitteilung der Erzbischofskanzlei; St. Petersburg

 

» St. Katharinenkirche, Dnipropetrowsk (GoogleMaps)